Wärmepumpe einbauen lassen: so läuft es ab
Neun Schritte vom ersten Termin bis zur warmen Wohnung, mit den Kosten, die dabei typischerweise anfallen.
Wärmepumpe einbauen: das Wichtigste vorab
Eine Wärmepumpe wird nach Heizlastberechnung, Systemwahl und Förderregistrierung vom Fachbetrieb montiert, hydraulisch eingebunden, elektrisch angeschlossen und in Betrieb genommen. Inklusive Installation kostet das im Einfamilienhaus laut Bosch Österreich rund € 20.000 bis 40.000.
Die Montage selbst ist nur ein Teil des Projekts. Vorher fallen Planung, Förderung und bei Erdwärme oder Grundwasser auch wasserrechtliche Verfahren an. Danach folgen Einregulierung, Einweisung und die Abrechnung der Förderung. Wer diese Schritte kennt, kann den Zeitplan realistisch einschätzen und Angebote besser lesen.
Welche Befugnisse die beteiligten Betriebe brauchen, lesen Sie auf der Übersicht zum Wärmepumpen-Installateur.
Der Ablauf beim Einbau einer Wärmepumpe
Die Reihenfolge kann je nach Betrieb leicht abweichen. Die Inhalte sind bei jedem seriösen Einbau dieselben.
Bestandsaufnahme
Der Betrieb sieht sich Heizraum, Heizkörper oder Fußbodenheizung, Stromanschluss und möglichen Aufstellplatz an.
Heizlastberechnung
Die Heizlast wird nach ÖNORM EN 12831 bzw. ÖNORM H 7500-3 berechnet. Sie bestimmt die Leistung der Wärmepumpe.
Systemwahl
Luft-Wasser, Sole-Wasser oder Wasser-Wasser, Monoblock oder Split, Speichergröße und Vorlauftemperatur werden festgelegt.
Förderung registrieren
Energieberatung und Registrierung für die Bundesförderung, je nach Bundesland auch der Landesantrag.
Genehmigungen
Bei Sonde oder Brunnen die Anzeige oder Bewilligung nach Wasserrecht, beim Außengerät die Vorgaben der Bauordnung.
Montage
Fundament oder Wandkonsole, Außen- und Innengerät, Speicher, Rohrleitungen, Elektroanschluss, bei Split die Kältemittelleitungen.
Altkessel ausbauen
Der alte Öl- oder Gaskessel wird demontiert und entsorgt, ein Öltank gereinigt oder ausgebaut.
Inbetriebnahme
Füllen, Entlüften, hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve und Prüfung des Kältekreises.
Einweisung und Abrechnung
Sie erhalten Bedienung, Unterlagen und Rechnungen. Damit reichen Sie die Förderung fristgerecht ein.
Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe?
Eine feste Zahl für alle Häuser gibt es nicht, und wir nennen bewusst keine. Die reine Montage einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Tausch gegen einen Kessel ist überschaubar. Länger dauert das Gesamtprojekt, wenn Heizkörper getauscht, ein Brunnen gebohrt oder Leitungen neu verlegt werden. Für eine Erdwärmesonde nennt eine deutsche Quelle 1 bis 3 Arbeitstage für die Bohrung beim Einfamilienhaus, die Planung und das Verfahren davor dauern länger.
Für die Förderung gilt ein eigener Takt: Auch in der Neuauflage Kesseltausch 2026 haben Sie nach der Registrierung neun Monate Zeit für Umsetzung und Antrag. Planen Sie deshalb rückwärts vom gewünschten Heizbeginn und lassen Sie sich vom Installateur einen schriftlichen Zeitplan geben.
Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?
Bosch Österreich rechnet ein Beispiel mit rund € 30.000 Gesamtkosten durch. Die Positionen zeigen, wo das Geld hingeht. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe fällt die Erschließung deutlich kleiner aus als bei Sonde oder Brunnen.
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Wärmepumpe (Gerät) | € 9.000 bis 15.000 |
| Installation | € 6.000 bis 9.000 |
| Erschließung der Wärmequelle | € 6.000 bis 12.000 |
| Pufferspeicher | € 1.500 bis 4.500 |
Beispielrechnung von Bosch Österreich für ein Einfamilienhaus, Stand Oktober 2026. Im Altbau nennt dieselbe Quelle Mehrkosten von rund € 10.000 bis 30.000, für neue Heizkörper € 100 bis 500 je Stück, für eine Fußbodenheizung € 40 bis 80 je m².
Genehmigungen vor dem Einbau
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Für das Außengerät gelten die Bauordnung des jeweiligen Landes und örtliche Vorgaben, vor allem zum Schallschutz. Ein einheitliches Verfahren für ganz Österreich gibt es nicht. Ihr Installateur oder das Bauamt der Gemeinde sagt Ihnen, ob eine Anzeige nötig ist.
Erdwärmesonde und Grundwasser
Tiefensonden fallen unter § 31c WRG 1959 und laufen grundsätzlich im Anzeigeverfahren, eine Bewilligung ist nur in bestimmten Fällen nötig, etwa in Schutz- und Schongebieten. Die thermische Nutzung von Grundwasser ist laut klimaaktiv in allen Fällen bewilligungspflichtig nach § 10 WRG. Klären Sie im Angebot, wer die Unterlagen erstellt und einreicht.
Förderung beim Einbau richtig einplanen
Die Neuauflage Kesseltausch 2026 zahlt eine Pauschale von € 5.000 für eine Wärmepumpe, wenn eine Öl-, Gas- oder Kohleheizung oder eine Stromdirektheizung ersetzt wird. Registrieren können Sie sich von 2. November bis 31. Dezember 2026, Leistungen werden ab 7. Oktober 2026 anerkannt. Die Runde 2027 startet am 4. Jänner 2027, dann muss der Antrag vor der Umsetzung gestellt werden. Die Details für 2027 sollen im Dezember 2026 beschlossen werden. Stand Oktober 2026.
Förderfähig sind Wärmepumpen vom Typ Luft-Wasser, Sole-Wasser oder Wasser-Wasser mit wassergeführter Wärmeverteilung und höchstens 55 °C Vorlauftemperatur. Kältemittel mit einem GWP über 750 sind ausgeschlossen, zwischen 150 und 750 sinkt die Förderung bei Luft-Wasser-Wärmepumpen um 20 %. Diese Punkte sollte Ihr Installateur schon bei der Gerätewahl berücksichtigen.
Fragen zum Einbau der Wärmepumpe
Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?
Laut Bosch Österreich ist im Einfamilienhaus samt Installation mit rund € 20.000 bis 40.000 zu rechnen. In einem Beispiel mit € 30.000 entfallen € 6.000 bis 9.000 auf die Installation. Die Förderung des Bundes von € 5.000 beim Kesseltausch ist dabei noch nicht abgezogen.
Kann ich eine Wärmepumpe selbst einbauen?
Vom Selbsteinbau ist abzuraten. Arbeiten am Kältekreis erfordern laut WKO eine Ausbildung oder Zertifizierung in der Kältetechnik, der Stromanschluss gehört in die Hände eines befugten Elektrotechnikers. Außerdem muss die Anlage die technischen Förderbedingungen erfüllen, etwa bei Vorlauftemperatur und Kältemittel.
Muss die alte Heizung vor dem Einbau raus?
Beim Kesseltausch wird die fossile Heizung durch die Wärmepumpe ersetzt, sie wird also ausgebaut. In welchem Schritt das passiert, legt der Installateur fest. Fragen Sie, wie viele Tage das Haus ohne Heizung ist und ob es für Warmwasser eine Übergangslösung gibt.
Brauche ich eine Genehmigung für den Einbau?
Das hängt vom System und vom Bundesland ab. Erdwärmesonden laufen nach § 31c WRG grundsätzlich im Anzeigeverfahren, die Nutzung von Grundwasser braucht eine Bewilligung nach § 10 WRG. Für das Außengerät einer Luft-Wärmepumpe gelten die Bauordnung des Landes und örtliche Vorgaben zum Schallschutz.
Einbau planen lassen
Beschreiben Sie Ihr Haus und Ihre bisherige Heizung. Bis zu drei Fachbetriebe aus Ihrer Region erstellen ein Angebot inklusive Montage und Inbetriebnahme.